Einmal durch den „Canal Grande“ von Venedig rudern?
Genau das setzten am vergangenen Pfingstwochenende 10 Ruderinnen und Ruderer des RCB zusammen mit der
RG Hansa bei strahlend blauem Himmel, azurblauem Meer und 28 °C in die Tat um.
Die Vogalonga feierte dieses Jahr ihr 50. Jubiläum. Ursprünglich als Protest gegen die Wellenemission der Schifffahrt in der Lagune ins Leben gerufen,
gilt sie heute als ikonisches, nicht-kompetitives Ruderevent mit über 2.000 teilnehmenden Kajakfahrern, Drachenbooten, Barken, Ruderbooten und traditionellen venezianischen „Mascarete“.
Für uns begann das Event bereits am Freitag bei einem geselligen Abendessen mit allen teilnehmenden Hamburger Ruderinnen und Ruderern.
Der sportliche Teil startete am Samstag mit dem Abladen und Aufriggern der Boote. Anschließend ruderten wir die zwei Vierer „Discovery“ und „Henning Harm“ 15 Kilometer nach Venedig,
mit einem kurzen Abstecher durch die Flutschutztore zu dem zum offenen Meer gelegenen Sandstrand von „Punta Sabbioni“.

Nach einem kleinen Imbiss und einer ausgiebigen Badepause, ruderten wir zwischen Vaporetti (Wasserbusse), Wassertaxen und
gleichgesinnten Wassersportlern weiter zur Hauptinsel, wo wir die Boote an einergroßen, algenbewachsenen und recht rutschigen Rampe aus dem Wasser heben und aufeiner Wiese nebst dutzenden anderen Booten zwischenlagern konnten.
Der Sonntag startete für uns um 07:00 an der Rampe. Um 09:00 startete die Vogalonga mit einem Kanonenschuss und
großem Jubel bei vergleichsweise ruhigem Seegang.
Der offiziell gut 30 Kilometerlange Kurs durch die Lagune von Venedig führte vom Markusplatz zu der malerischen Insel Burano mit ihren bunten Häusern
und weiter zur Insel Murano mit ihren weltweit bekannten Glashütten.
Bei einer erholsamen Pause auf einer Sandbank etwas abseits der Route konnten wir die schier endlose Masse an
Booten auf ihrem Weg zurück nach Venedig bestaunen.
An dieser Stelle ein großes Lob an unsere Steuerfrauen, die uns in dieser extrem herausfordernden
Umgebung durch die schmalen und sehr belebten Kanäle navigiert haben und an
unsere geduldigen Ruderinnen und Ruderer, die in geübter Manier mit den vielen und
schnellen Tempowechseln umgegangen sind.
Nach Speis und Trank und einem Bootswechsel reihten auch wir uns wieder ein. Schwimmer in Neoprenanzügen und mit
grellen neonfarbenen Helmen lotsten uns durch ein Nadelöhr in den „Canal Grande“,
wo uns erstmals schaulustige Touristen, Einheimische und angereiste Hamburger zujubelten.
Unter der legendären und schattenspendenden Rialtobrücke unter durch, gelangten wir zur Ziellinie am Markusplatz.
Direkt im Anschluss stand die Rückkehr zum Bootsanhänger an.
Der motorisierte Schiffsverkehr war unlängst wieder freigegeben worden und der Seegang war jetzt streckenweise eher vergleichbar mit Coastal Rudern.
Am Hängerplatz angekommen, hat der RCB in vorbildlicher Zusammenarbeit seine beiden Boote für die Verladung vorbereitet und aufgeladen. Dabei sind wir unerwartet auf einen anderen Hamburger Wassersportverein gestoßen, an dieser Stelle liebe Grüße an die Drachenbootfahrer vom SVNAquaglider.

Vielen Dank an Anne und Robert, die in zwei sechzehnstündigen (!) Fahrten durch die Nacht den Bootshänger sicher nach Italien und wieder zurück nach Hamburg gefahren haben. Vielen Dank auch an unseren Wanderruderwart Paddy für die vorausschauende Buchung der Unterkünfte, verantwortungsvolle Verwaltung der Gelder und die reibungslose Organisation dieses außerordentlichen Events.

Ein Bericht von Elia
