Deutsche Coastal Meisterschaften 2026

Am Wochenende vom 14.08. bis 16.08. fanden die diesjährigen Deutschen Coastal Meisterschaften statt. Der Flensburger Ruderklub war, wie die Jahre zuvor auch, Ausrichter der Veranstaltung. Die Besonderheit dieses Jahr, die Beach Sprint Meisterschaften waren nicht mit im Programm, denn diese wurden bereits im Rahmen der Veranstaltung “Die Finals” in Hannover ausgetragen, um Werbung für den Rudersport zu machen. Hier gab es jedoch nur die Möglichkeit, in Mixed-Booten an den Start zu gehen.

Somit fand “nur” ein Internationaler Beach-Sprint statt, bei dem wir im Frauen Vierer an den Start gingen, um uns quasi für die Meisterschaften warm zu machen und weitere Regatta Kilometer zu sammeln. Die Konstellation vom Vierer hat sich minimal geändert. Für diese Saison haben wir eine neue Steuerfrau im Boot. Tiannah vom Ersten Kieler Ruder- Club von 1862 sitzt nun für Jacob an den Steuerleinen. Weiterhin sitzen mit mir im Boot, Franziska vom Bremerhavener Ruderverein, Tessa vom Bremer Ruder- Club Hansa und Johanna vom Akademischen Ruderverein Kiel (inzwischen auch Mitglied im RCB).

Für uns war es diese Saison der erste Start bei einem Beach Sprint, vorher sind wir in Kiel und Stralsund lediglich auf der Langstrecke gestartet. Davon haben wir uns aber nicht verrückt machen lassen und starteten am Freitag zwar Nervös aber voller vorfreude in die Time Trails. Mit zwei Minuten Rennabstand ging es für die Boote über den 500m langen Slalomkurs. Bevor überhaupt das erste Boot gestartet ist, wurde bei uns ein Bootsschaden festgestellt, bei dem Rollsitz von Johanna löste sich das komplette Rollsystem vom Sitz. Die Ruderwerkstatt war als Technik Team vor Ort und versuchte, diesen Schaden zu beheben, während unsere Gegnerinnen bereits auf die Strecke gingen. Die zwei Minuten Rennabstand vergingen wie im Flug. Nach mehreren Versuchen, unterschiedliche Rollsitze einzusetzen, wurde entschieden, dass wir das Boot wechseln müssen. Somit mussten wir im neuen Boot relativ zügig unsere Einstellung vom Stemmbrett finden, damit der Rennverzug nicht größer wurde und wir noch ein bisschen was von der vorherigen Erwärmung mitnehmen konnten. Als wir unser Finales okay gaben, startete der zwei Minuten Countdown für uns. In diesem Fall waren die zwei Minuten elendig lang. Für die letzten fünf Sekunden setzte zusätzlich ein akustisches Signal ein, was leider dazu führte, dass Tiannah zu früh einen Schritt von der Matte machte und wir deshalb eine 10 Sekunden Strafe erhalten haben. Nichtsdestotrotz ruderten wir die zweitschnellste Zeit und waren somit im Halbfinale am Samstag.

Am Samstag ging es erst Mittags für das Beach Sprint Halbfinale an die Strecke. Nach einem Warm-up machten wir unser Boot bereit und konnten dieses Mal zum Glück keinen Bootsschaden feststellen. Im Halbfinale geht es per Knock-out System weiter. Das schnellere Boot kommt weiter, das langsamere scheidet aus. Das Ziel war gesteckt, wir wollen ins A- Finale. Gesagt, getan! Somit hatten wir eine Pause von 15 Minuten, bevor es dann im Finale um alles ging. Hier mussten wir uns dann aber leider unseren deutlich jüngeren Gegnerinnen geschlagen geben. Mit dem zweiten Platz sind wir dennoch vollkommen zufrieden. Denn schließlich ist für uns die Langstrecke am ausschlaggebendsten.

Sonntag war es dann soweit. Die Deutschen Coastal Meisterschaften. Hier hätte es eigentlich für mich bereits um 8:00 Uhr aufs Wasser gehen sollen, für den Vorlauf des Mixed- Vierers, bei dem ich die Renngemeinschaft RC Allemannia und WSAP Hamburg steuern sollte. Nach zwei Abmeldungen waren die Vorläufe nicht mehr nötig und somit fand nachmittags direkt das Finale statt. Hier belegten wir den 6. Platz von 7 Booten.

Am Vormittag war der Frauen- Vierer dran. Das zugeloste Boot gab uns einiges an Kopfschmerzen. Bereits im letzten Jahr wurde es aus der Veranstaltung genommen, da es Wasser gezogen hat. Auch dieses Mal konnten wir im Luftkasten einiges an Wasser finden. Zusätzlich hatte das Steuer einiges an Spiel, was ein geradeausfahren erschwerte. Wir hatten zum Glück genug Zeit eingeplant und konnten die Mängel melden. Die Jungs von der Ruderwerkstatt versuchten ihr Bestes und klebten überall Silikon hin, wo es nur möglich ist, fürs Wasser ins Boot einzudringen. Pfropfen wurden ausgetauscht und das Steuer noch mal an den Schrauben angezogen.

So ging es dann für uns an den Start für die 6 km lange Strecke. Das Meldefeld mit 6 Booten war stark besetzt. Gut ausgerichtet ging es dann im Massenstart darum, die beste Linie auf die erste Boje zu fahren, bei der wir mit fünf Boot fast gleichzeitig ankamen. Hier zeigte sich, wer sich für die richtige Wendetechnik entschieden hat, denn diese Boote kamen auch zügig um die Kurve. Bei den ersten beiden Bojen befanden wir uns noch auf Platz vier. Bereits bei der dritten Boje kamen wir deutlich an das dritte Boot heran und konnten bei der vierten Boje an ihnen vorbeiziehen. Dann hieß es, Boot eins und zwei zu jagen und schauen, was wird.

Insgesamt musste der Kurs drei mal umfahren werden. Nicht nur Gegenwind, sondern auch Windböen machten es anspruchsvoll und es gab fast das Gefühl, auf einer Coastal Regatta zu sein. In der letzten Runde hieß es dann noch mal alles oder nichts, wir hörten wie wir langsam aber sicher an das aktuell Zweitplatzierte Boot heran kamen. Bei jeder Wende schlichen wir uns immer näher heran, bis wir dann bei der letzten Wende auf einmal mit dem Bug neben ihnen lagen.

Die letzten 300 Meter bis ins Ziel wurde ordentlich gekämpft. Am Ende gingen wir mit einem Abstand von vier Sekunden als drittes Boot über die Ziellinie.

Mit diesem Ergebnis haben wir nicht gerechnet und brauchten deshalb erst mal ein wenig Zeit dies zu verarbeiten. Die Saisonleistungen haben sich mehr als bestätigt. Die Füße werden aber noch nicht hoch gelegt, denn als nächstes steht die Coastal Europameisterschaft Mitte September in La Línea de la Concepción an, bei der wir im Vierer an den Start gehen werden.


Ein Beitrag von Sams