Midwintermarathon 2025

Am Samstag, der dem kürzesten Tag des Jahres am nächsten ist, findet in Amsterdam der Midwintermarathon statt. Damit fiel die Veranstaltung dieses Jahr auf den 20.12.25. Meldungen sind in zwei Kategorien möglich: Tour und Wettkampf. Also diejenigen, die einen netten Tag verbringen wollen und die sehenswerte Landschaft in und um Amsterdam genießen und diejenigen, die 54 km so schnell wie möglich absolvieren wollen. Im Wettkampffeld kann als Wherry, Gig-2x+, Gig-3x+ und Gig-4x+ gestartet werden und weiter wird in Damen, Mixed und offene Klasse unterschieden. Man kann seine jeweilige Klasse gewinnen. Zusätzlich werden die Bootsklassen mit verschiedenen Faktoren gewichtet und so zu einem Gesamtranking zusammengefasst. Ein offener Gig-4x+ erhält Faktor 1, mit dem seine Zeit multipliziert wird. Ein Damen-Gig-2x+ erhält beispielsweise den Faktor 0,7. Trotz längerer Ruderzeit kann somit das Damenboot gewinnen.
Wir, Anja vom ersten Kieler RC, Karsten von der RG Germania Kiel, Max vom RC Süderelbe und Torben und Sabrina vom RC Bergedorf, sind zum Wettkampf als offener Gig-4x+ angetreten. Außerdem als direkte Konkurrenz, ebenfalls im offenen Gig-4x+ gemeldet, Guido und Johanna vom RC Bergedorf mit Unterstützung von Hansa – Bremen und Hamburg, namentlich Kerstin, Antonia und Tessa. Das Boot mit Guido und Johanna wäre Mixed gewesen. Da sich dies aber erst zu spät aufgrund von Krankheit ergab, konnte das Boot nicht mehr die Klasse wechseln und musste offen starten. Da in den Niederlanden Boote als Mixed gelten, wenn zu jeder Zeit mindestens die Hälfte aller Ruderer weiblich ist, hätte das Boot um Sabrina und Torben zwar Mixed starten können, aber Anja und Sabrina hätten dafür durchrudern müssen. Beide waren davon wenig begeistert, sodass wir uns für den Start in der offenen Klasse entschieden haben, trotz des potenziellen Nachteils von zwei Frauen.
Morgens war es recht neblig. Da der Kanal mehr oder weniger gradlinig verläuft und breit genug für Überholmanöver ist, war der erste Teil der Tour wenig spektakulär. Wir überholten diverse Boote, einige aus der direkten Konkurrenz, andere Boote waren sehr entspannte Tour-Meldungen. Gegen Mittag hatten wir die erste Hälfte über Land geschafft und die zum Steuern höchst anspruchsvolle Innenstadt stand noch an. Auch hier kamen wir sehr gut durch. Wir begegneten nur einer einzigen Stadtrundfahrt, der wir Vorfahrt gewähren mussten und deswegen etwas Zeit verloren haben. Andere Boote schauten etwas verwirrt, als die mittlere Durchfahrt einer Brücke belegt war und wir kurzerhand die schmale Außendurchfahrt, die nur mit Skulls lang zu durchfahren war, erfolgreich zum Überholen nutzten. Im Ziel trafen wir auf diverse Tour-Boote, die die Stadtrundfahrt abgekürzt hatten sowie einen weiteren offenen Gig-4x+. Dieser war vor uns gestartet und sollte entsprechend vor uns ankommen. Die Abstände waren allerdings so gering, dass wir für die Platzierung das offizielle Ergebnis abwarten wollten.
Uns war recht klar, dass wir das Gesamtranking nicht gewonnen haben. Die Sieger des letzten Jahres waren erneut angetreten und als Favoriten an den Start gegangen. Zudem sprachen wir mit einem offenen Gig-2x+, die zwar langsamer als wir auf der Strecke waren, mit dem Faktor eines 2x+ anstelle eines 4x+ aber deutlich vor uns landen müssten. Daher machten wir uns zügig auf den Heimweg. Wir würden sowieso erst ca. Mitternacht in Bergedorf ankommen. Auf dem Rückweg wurden die Ergebnisse online gestellt. Darin hieß es Platz 6 von 73 Booten sowie schnellste Gesamtzeit für uns und damit verbunden der Sieg bei den offenen Gig-4x+. Aber die Gesamtzeit schien unplausibel. Fast 5,5 h sollten wir gebraucht haben. Für die Bootsklasse alles andere als schnell. Nach eigener Messung hätten es etwas mehr als 4 h gewesen sein müssen. Auch Zeiten anderer Boote schienen nicht zu stimmen und so ging eine inoffizielle Diskussion los, ob und was bei der Zeitnahme schief gelaufen sei. Wenig später wurden die Ergebnisse zurückgezogen und stattdessen mit „Wir überarbeiten die Ergebnisse. Im Laufe des nächsten Tages werden die Ergebnisse online gestellt.“ ersetzt. Bisher gibt es keine neuen Ergebnisse. Sicher zu sagen ist, dass das Wetter für die Jahreszeit sehr angenehm war und wir alle sehr froh waren, dass wir nicht auf dem letzten Kilometern gegen Sturm direkt von vorne kämpfen mussten. Zudem war es trocken. Wir hatten viel Spaß auf der Strecke und können die Veranstaltung auf jeden Fall empfehlen. Korrekte Zeiten wären jetzt noch ein großes Plus.

 


Ein Bericht von Sabrina